Kino, Laufen

In der Stadt Laufen gab es von 1922 bis zur endgültigen Schliessung 1987 ein Kino, das unter wechselnden Namen und von wechselnden Betreibern geführt wurde.

Am 23. September 1922 feierte das «Kino Sternen» im Saal des ehemaligen Restaurants Sternen an der Baslerstrasse in Laufen Eröffnung. Als Betreiber zeichnete die Firma «Erzer & Cie». Ab 1927 übernahm es ein neuer Besitzer namens Bürgisser, der das Kino in «Cinema Modern» umtaufte und renovierte. Damals soll es 110 Sitzplätze geboten haben. Spätestens ab 1934 befand sich das «Modern» im Besitz der Familie Hubacher. Das Kino ging in Konkurs und wurde mitsamt der Infrastruktur am 30. August 1935 versteigert. Im zweiten Halbjahr 1936 befand es sich für einige Monate im Besitz eines Herrn Goldinger und wurde von einem Tonfilmtüftler namens Heeb betrieben.
Am 1. Dezember 1936 übernahm Walter Bill-Messerli mit Familie das Kino. Nach einem harzigen Anfang, verbuchten die neuen Besitzer ab 1938 zunehmend Erfolge. 1941 eröffneten sie am selben Standort ein neues Kino mit 200 Sitzplätzen und technischen Einrichtungen auf dem neusten Stand. Schon 5 Jahre später wurde es um einen Balkon mit 56 Sitzplätzen erweitert. Sie tauften das Kino auf den Namen «Tonbildtheater Laufen» um. In der Umgangssprache nannte man es «Kino Bill». In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg feierte das Kino seine grössten Erfolge mit hohen Besucherzahlen und grossen Hollywoodproduktionen wie Vom Winde verweht oder Ben Hur. Am 28. Juli 1954 eröffneten die Besitzer an der Baslerstrasse 22 einen Kinoneubau mit 357 Plätzen.
Ab Januar 1958 führte der Sohn des Kinobesitzers, Walter Bill-Weber, den Betrieb weiter. Die Besucherzahl nahm stetig zu, bis ins Rekordjahr 1960 mit 72'000 Besuchern und Besucherinnen. Ein weiteres Kino mit 300 Plätzen wurde im März 1961 im nahen Breitenbach (SO) eröffnet. Zusammen kamen die beiden Säle auf rund 100'000 Eintritte im Jahr 1963.
Ab 1964 stagnierten die Zahlen und gingen dann zurück. Die Betreiber versuchten dem zeitweilig mit einer Programmerweiterung hin zu weniger anspruchsvollen Filmen und mit der Kinozeitung Impuls, die in der Region monatlich an alle Haushalte verteilt wurde, entgegenzuwirken. Doch 1969 musste das Kino in Breitenbach schliessen und wurde verkauft.
Nach einer kurzen Erholung bis 1972 bekam das Kino in Laufen den generellen Besucherschwund zu spüren, der den meisten Landkinos im Berner Jura aber auch in anderen ländlichen Gebieten in dieser Zeit zu schaffen machte. Trotzdem versuchte die Familie Bill 1983 den Betreib mit einem umfassenden Umbau zu modernisieren. 1986 zählte das Kino nur noch 15'000 Eintritte pro Jahr und 1987 musste es endgültig schliessen.

Kiki Lutz, 25/11/2015

Bibliografie

Pierre Gürtler, «Das Kino», in Laufentaler Jahrbuch Nr. 27, 2012, S. 58-63
Nordschweiz, 3. Dezember 1986
http://www.traumkinobasel.ch/landkino.php (Stand: 16.11.2015)