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Ligerz, Johann Baptist Ignaz von (1755-1819)

Geboren am 19. September 1755 in Pruntrut. Gestorben am 29. März 1819 in Hohenrain bei Luzern. Sohn von Johann Friedrich Conrad von Ligerz, Geheimer Rat, Kastlan des Elsgaus und Landhofmeister des Fürstbischofs, und Maria Victoria Magdalena Rinck von Baldenstein. Bruder von Johann Heinrich Hermann und Rupert Maria Januar von Ligerz. Unverheiratet. Katholisch.
Der jüngste der drei Brüder L. schlug eine militärische Karriere ein. Auf Antrag seines Vaters erfolgte die Investitur im Deutschen Grosspriorat des Malteser-Ritter-Ordens am 10. Juli 1758. Die eigentliche Aufnahme fand am 27. Juni 1769 statt. Die Chronologie seines Lebens ist nicht ganz klar. Wahrscheinlich um 1772 trat er in Paris in das Schweizer Garderegiment im Dienste des Königs von Frankreich ein, in dem er Karriere machte und es bis zum Offizier brachte. Aber er hielt sich auch für Studien in Wien auf und durchreiste ganz Italien. Ab 1791 wohnte er in La Neuveville bei seiner Mutter und einem seiner Brüder. Zu einem unbekannten Zeitpunkt (vor oder nach der Revolution) lebte er mehrere Jahre auf Malta und diente auf den Galeeren seines Ordens. 1804 war er in Strassburg ansässig. Im September dieses Jahres wurde er zum Komtur der Malteserkommende von Hohenrain (LU) gewählt, wo er von Mai 1805 bis zu seinem Tode lebte. In den Jahren der Hungersnot 1816 und 1817 verteilte L. Getreide an die Armen.
Wie sein älterer Bruder Rupert Maria Januar spielte auch Johann Baptist Ignaz Violine.

Vanja Hug, 1/06/2011
Übersetzung: Vanja Hug, 14/07/2011
Letzte Aktualisierung: 22/07/2011

Archivbestände

Staatsarchiv Luzern, Sterbebuch Hohenrain, Film FA 29/103, 29. März 1819
Staatsarchiv Freiburg i. Br., Depositum von Mentzingen, U 100/1, Nr. 688, 727, 731

Bibliografie

Vanja Hug, Die Eremitage in Arlesheim ' ein Englisch-Chinesischer Landschaftsgarten der Spätaufklärung, Bd. 1, Worms, 2008, S. 97
Fritz Glauser, « Hohenrain », in Helvetia Sacra, IV/7, Teil 1, Schwabe, Basel, 2006, S. 271-272
André Bandelier (Hrsg.), Théophile-Rémy Frêne. Journal de ma vie, SJE, Pruntrut, Intervalles, Biel, Bd. 2, 1993, S. 272-274, Bd. 4, 1994, S. 113
Pierre Rebetez-Paroz, Les relations de l'Evêché de Bâle avec la France au 18e siècle, St. Maurice, 1943, S. 320
Julius Kindler von Knobloch, Oberbadisches Geschlechterbuch (OBG), Bd. 2, Heidelberg, 1905, S. 512
Florian Imer, Les Gléresse et leurs propriétés, Pruntrut, [1953], S. 16 (Separatdruck aus: Revue Jurassienne, 1954, S. 114-131)