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Ständerat

Die Bundesversammlung der Schweiz besteht aus zwei Kammern, dem Nationalrat und dem Ständerat. Im S. sind die Kantone vertreten. Jedem der 20 Kantone kommen zwei Sitze und jedem der sechs Halbkantone je einer zu. Der S. zählte ab 1848 44 Sitze, ab 1979 wurde die Zahl aufgrund der Entstehung des Kantons Jura auf 46 erhöht.
Das Wahlsystem für die Ständeräte und -rätinnen ist kantonal geregelt und hat sich mit der Zeit entwickelt. Anfangs wurden die Ständeräte vom Grossen Rat für eine einjährige Amtszeit gewählt. Erst 1977 führte der Kanton Bern als letzter Kanton die Volkswahl ein. Heute werden die Ständeräte und -rätinnen für eine Amtsperiode von vier Jahren im Majorz-Wahlsystem gewählt, ausser im Kanton Jura, wo die Wahl im Proporz stattfindet. Die Wahlen werden gleichzeitig mit den Nationalratswahlen abgehalten.
In den Jahren 1848-1856 und 1919-1979 war der jurassische Kantonsteil des Kantons Bern immer mit einem Ratsmitglied im S. vertreten. Diese Ständeräte gehörten alle der Freisinnig-demokratischen Partei FDP an, ausser Abraham Boivin (reformierter Konservativer 1851-1855) und Georges Moeckli (Sozialdemokrat, 1948-1959). Zwischen der Gründung des Kantons Jura 1979 und dem Jahr 2011 war der Berner Jura nicht mehr im S. vertreten.
Bei den eidgenössischen Wahlen vom Oktober 2011 wurde der frühere Stadtpräsident von Biel, Hans Stöckli (SP), im ersten Wahlgang auf den dritten Platz gewählt, hinter den beiden bisherigen Adrian Amstutz (SVP) und Werner Luginbühl (PBD). Im zweiten Wahlgang (20. November 2011) gelang ihm der Einzug in den S., hinter Werner Luginbühl. 2014-2015 hatte der Ständerat mit Claude Hêche erstmals einen Präsidenten aus dem Kanton Jura.
Die beiden Sitze des Kantons Jura waren seit 1979 fest im Besitz der Christlichdemokratischen Volkspartei CVP und der Sozialdemokratischen Partei SP, ausser in der Zeit von 1983-1995, als der sozialdemokratische Sitz vorübergehend an die FDP ging.
Im Jahr 2019 wurde neben Elisabeth Baume-Schneider (SP) der Vizepräsident der schweizerischen CVP, Charles Juillard, für den Kanton Jura in den S. gewählt. Er musste in der Folge sein Amt als Finanzminister der jurassischen Regierung aufgeben, weil eine Kumulation der beiden Ämter verfassungswidrig gewesen wäre.


Emma Chatelain, 8/03/2006
Übersetzung: Kiki Lutz, 16/08/2010
Letzte Aktualisierung: 8/04/2021

Bibliografie

Martin Graf, « Assemblée fédérale », in Dictionnaire historique de la Suisse [publication électronique DHS], version du 18.12.2002
Ernest Weibel, Institutions politiques romandes, Fribourg, 1990, pp. 142, 172
www.parlament.ch (25.03.21)
www.rts.ch (25.03.21)

Artikel aktualisiert von Shia Manh Ly (25.03.21)

Link: http://www.parlament.ch/f/suche/pages/ratsmitglieder.aspx