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Walzer, Pierre-Olivier (1915-2000)

Aus Bonfol. Geboren am 4. Januar 1915 in Pruntrut. Verstorben am 26. November 2000 in Bern; bestattet in Pruntrut am 29. November. Sein Vater ist Schmucksteinfabrikant für die Uhrenindustrie und seine Mutter Lehrerin. 1944 heiratet er Simone Meyer. Zwei Töchter: Corinne (1946) und Martine (1949). Animateur des literarischen und kulturellen Lebens der französischen Schweiz. Progymnasium und Gymnasium an der Kantonsschule Pruntrut, klassische Matur (1926-1933). Geisteswissenschaftliches Studium an der Universität Lausanne (Latein, Griechisch, Philosophie, Französisch), in Paris und Freiburg i.Ü. Lizentiat 1937 in Lausanne. Verfasst an der Pariser Sorbonne eine Dissertation über Paul-Jean Toulet und besucht gleichzeitig Vorlesungen an der «Ecole pratique des Hautes Etudes», wo er 1939 ein Diplom erlangt. Von 1939 bis 1941 zum Militärdienst aufgeboten, ist er zunächst auf dem Pass Les Rangiers bei den Genietruppen und anschliessend bei der Militärjustiz des Generalstabs in Delsberg stationiert. 1944 wechselt er zu einem Auskunftsdienst in Pruntrut. 1942 wird er zum Assistenzprofessor im Hochschullager für polnische internierte Soldaten in Freiburg u. Ue. ernannt. Anschliessend unterrichtet er in Bern am Gymnasium als Hilfslehrer für Französisch (1943-1944) sowie in Pruntrut an der Kantonsschule. Er arbeitet gleichfalls als Übersetzer und Redaktor bei der «Ligue suisse pour une économie rationnelle des transports» (Schweizerische Liga für eine rationelle Transportwirtschaft, 1944). Er verteidigte seine unter dem Titel Paul-Jean Toulet : l'oeuvre, l'écrivain (Paul-Jean Toulet: Das Werk, der Schriftsteller, Ed. des portes de France, 1949) publizierte Dissertation 1949 in Lausanne. 1950 wird er Privatdozent an der Universität Bern und La poésie de Valéry (Die Poesie von [Paul] Valéry, herausgegeben in Genf, P. Cailler, 1953) wird 1951 als Habilitationsschrift von der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bern angenommen. W. wird zum Privatdozenten an der Universität Bern ernannt. 1955 übernimmt er den Lehrstuhl für Französische Literatur, den er dreissig Jahre lang innehaben sollte. Mitarbeiter der Zeitschrift Curieux (1954-1955) und während dreissig Jahren des Journal de Genève sowie der Gazette de Lausanne. Dekan der der philosophisch-historischen Fakultät der Universität Bern (1959-1960). Er ist Autor kritischer Studien über Paul-Jean Toulet, Valéry, Mallarmé, Werner Renfer (publiziert dessen Werke in drei Bänden). Herausgeber der Werke von Lautréamont, Nouveau, Corbière und Cros in der Buchreihe «Bibliothèque de la Pléiade» (Verlag Gallimard), und von Jules Laforgue (zwei Bände) sowie Charles-Albert Cingria (Oeuvres complètes, vollständige Werke in 17 Bänden) beim Verlag «L’Age d’Homme». Leitet die Herausgabe des anlässlich der 700-Jahr-Feier der Schweizerischen Eidgenossenschaft publizierten Dictionnaire des littératures suisses (Lexikon der Schweizer Literaturen, Lausanne, Ed. de l’Aire, 1991). Mitglied des Vorstandskomitees von Pro Helvetia (ab 1968). Präsident der Schweizerischen Schillerstiftung (1974-1980). Zusammen mit Jean Cuttat 1942 Gründer des Verlags «Portes de France». Mitdirektor der Sammlung «Langages» (Ed. La Baconnière), Direktor der Sammlung «Poche» Schweiz (ab 1978). Mit Tristan Solier und Hughes Richard Initiant der Sammlung Jurassica (Pré Carré, Pruntrut). Gründer des Studienzentrums Blaise Cendrars (1985). Autor der Anthologie jurassienne (1964 und 1967), von Vie des Saints du Jura (Leben der jurassischen Heiligen, 1979, als Taschenbuch 1990 neu herausgegeben beim Verlag «L’Age d’Homme»), von Humanités provinciales (Autobiographie) usw. Präsident des Jurassischen Instituts der Wissenschaften, Literatur und Künste (1962-1971), an dessen Gründung er 1950 schon beteiligt war. Präsident der Kommission für französischsprachige Literatur des Kantons Bern (1979-1985). Träger des Preises für Literatur der Pyrenäen, verliehen von der «Académie des Lettres pyrénéennes» (Akademie für Literatur der Pyrenäen) in Pau (1954). Ritter des Ordens der Künste und Literatur (1964). 1982 Preisträger des ersten «Grand Prix culturel» der Republik und des Kantons Jura (heute «Preis der Künste, Literatur und Wissenschaften»). 1982 zum Ritter des nationalen Ordens der Ehrenlegion ernannt. Sein Nachlass wurde 1991 dem Schweizerischen Literaturarchiv übergeben.

Emma Chatelain, 2/02/2009
Übersetzung: Vanja Hug, 21/07/2011
Letzte Aktualisierung: 11/11/2013

Archivbestände

Mémoires d’Ici (Saint-Imier), Dokumentationsdossier « Pierre-Olivier Walzer »

Bibliografie

Pierre-Olivier Walzer, Zeitschrift Quarto, Nr. 11, 1999
Pierre-Olivier Walzer, le paladin des lettres : entretiens avec Jean-Louis Kuffer, Lausanne ; Paris, 1999
Pierre-Olivier Walzer, professeur et écrivain, le 2 décembre 1991 à Berne , Videoaufzeichnung, Sammlung Plans-Fixes 1100, Gesprächspartner Bertil Galland
Claude Hauser, Aux origines intellectuelles de la Question jurassienne, Courrendlin, 1997
Le Quotidien jurassien, 1. und 2. Dezember 2000
http://digibiblio.unibe.ch/digibern/ : Dozenten der Universität Bern 1528 bis 1984 (Eintrag 6.1.079 ; 5.3.2013)