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Laminoir Matthey, Cormoret (1890)

1890 gründete Charles Edouard Matthey (1850-1904) auf dem Grundstück des «Haut Moulin» in Cormoret ein Walzwerk. Nach seinem Tod am 27. Juli 1904 übernahm seine zweite Frau und Mutter von 5 kleinen Kindern, Elise Matthey-Morel (1856-1944), allein die Führung des Unternehmens.
Im August 1917 verkaufte sie die Firma dem Spiralhersteller Emile Schweingruber aus Saint-Imier, der sie im Jahr darauf an den Baselbieter Emile Walliser aus Reigoldswil (BL) weiter verkaufte. Dieser führte das Werk unter dem Namen «Technos SA» als Decolletage-Fabrik weiter. Weil die Fabrik nur ungenügend und unregelmässig mit Wasserenergie aus der Schüss versorgt wurde, versuchte Walliser mehrmals eine Bewilligung zur Modernisierung der Wasserkraftanlage zu erlangen. Er gab schliesslich auf und schloss sich an das Netz der «Société des forces électriques de La Goule, SEG» an. Die Konzession zur Stromherstellung wurde dem Walzwerk am 27. März 1996 entzogen. Im Jahr 2004 ging das Unternehmen in Konkurs.
Der Architekt Adrien Dubuis aus Evilard kaufte die Fabrik und liess sie mitsamt den Turbinen vollständig renovieren. Im Jahr 2007 wurden die Gebäude von der zeitgenössischen Komponistin Annette Schmucki und vom Musiker Christoph Brunner genutzt, der zudem an der Musikschule «Ecole de musique du Jura bernois EMJB» Perkussion unterrichtete.

Emma Chatelain, 20/04/2009
Übersetzung: Kiki Lutz, 27/01/2020

Archivbestände

Mémoires d’Ici, Saint-Imier, Dokumentation « Cormoret » (Journal du Jura, 12. September 2007)

Bibliografie

Bernard Romy, Le Meunier, l’horloger et l’électricien. Les usiniers de la Suze, 1750-1950, Intervalles, Nr. 69-70, Herbst 2004, S. 127-130
Bernard Romy, La Suze, une rivière au parfum d'énergie ! [Videoaufzeichnung], Les Films de la Côte, 2008