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Lexikon des Jura im Internet, DIJU

Das Online-Projekt Lexikon des Jura (Kurzform DIJU = Dictionnaire du Jura, URL: www.diju.ch) wurde vom Cercle d'études historiques (CEH) der Société jurassienne d'Emulation (SJE) gegründet und aufgebaut. Seit dem 29. Oktober 2005 steht es dem Publikum im Internet offen, nachdem es bereits 2003 unter der Leitung von Pierre-Yves Donzé und Alain Cortat initiiert und entwickelt wurde. Seit 2006 leitet Philippe Hebeisen das Projekt, das seit 2015 direkt der Société jurassienne d'Emulation untersteht.


Das Lexikon bietet eine Fülle verschiedenster Informationen über die Geschichte des Jura in zwei Sprachen (Deutsch und Französisch), insbesondere über die Gebiete des ehemaligen Fürstbistums Basel, i.e. Kanton Jura, Berner Jura, Birseck, Laufental und Basel-Stadt. Finanziert wird das Projekt hauptsächlich durch die kantonalen Swisslos-Lotteriefonds Jura, Bern, Basel-Stadt und Basel-Landschaft.
Neben seiner Funktion als Lexikon entwickelt sich DIJU zu einer eigentlichen interaktiven Datenbank. DIJU verfügt über keine abgeschlossene oder vordefinierte Anzahl Artikel und kann daher laufend aktualisiert und ergänzt werden. Die Bandbreite der Informationen ist sehr weit gefasst; es gibt biografische, thematische oder geografische Artikel, solche mit komplett neuem Inhalt und andere, die auf bereits publizierte, aber u. U. schwer zugängliche Texte zurückgreifen. DIJU wendet sich sowohl an Spezialisten wie auch an ein breites Publikum und ist das einzige Regionallexikon dieser Art in der Schweiz.
Heute geniesst DIJU als Arbeitsmittel sowohl in Kollegen- wie in Publikumskreisen Anerkennung und dient als Informationsquelle für verschiedene Publikationen, Artikel, Zeitungen und Recherchen. Zudem wird es in verschiedene lexikografische Diskussionen miteinbezogen, so z.B. im Rahmen der 1. Schweizerischen Geschichtstage in Bern (15.-17. März 2007) oder als Mitglied der nationalen Arbeitsgruppe «Biografien in elektronischen Nachschlagewerken» (2009-2010), die vom Historischen Lexikons Schweiz (HLS) und dem Schweizerischen Instituts für Kunstgeschichte (SIK-ISEA) einberufen wurde.
Im Dezember 2011 wurde DIJU mit dem Preis der Interjurassischen Versammlung IJV 2011 ausgezeichnet.

Nach Abschluss der ersten Entwicklungsphase (2004-2008) zählte DIJU mehr als 6400 Artikel. In dieser Anfangsphase wurden alle lexikalischen Informationen aus Büchern, Zeitschriften, Zeitungen und Magazinen zusammengetragen. Eine dauerhafte Arbeit, die sich für alle an der Geschichte des Juras Interessierten als äusserst nützlich erweist, denn die bisher weit verstreuten und teilweise schwer zugänglichen Informationen stehen nun an einem Ort vereint zur Verfügung. DIJU umfasst auch alle Jura-spezifischen Artikel aus dem Historischen Lexikon der Schweiz (HLS). Ergänzt wurde diese Kompilationsarbeit durch die Erstellung neuer Artikel, verfasst von DIJU-Mitarbeitern/-innen, Spezialisten/-innen und einigen Lesern/-innen, denn DIJU bietet letzteren die Möglichkeit, selbst Artikel einzureichen, die dann von der Redaktion lektoriert und korrigiert werden.
Während der zweiten Entwicklungsphase (2009-2012) führte DIJU seine Arbeit über den Kanton Jura und den Berner Jura fort. Bis Anfang März 2012 erschienen zahlreiche neue Artikel, so dass die Zahl von 7020 Artikeln auf Französisch erreicht wurde.
2010 wurde die Website komplett neu eingerichtet und durch eine neue Grafik sowie neue technische Funktionen (insbesondere eine effizientere Suchmaschine) attraktiver gestaltet.
Die wichtigste Etappe der zweiten Entwicklungsphase bestand jedoch zweifellos in der Öffnung der Grenzen von DIJU – sowohl in geografischer wie auch in sprachlicher Hinsicht. Mit der Einstellung einer deutschsprachigen Redaktorin wurde DIJU 2010 zum zweisprachigen Lexikon, dessen Inhalt sich auch auf die deutschsprachigen Gebiete des ehemaligen Fürstbistums in der Region Basel bezieht, während der Fokus früher ganz auf dem Kanton Jura und dem Berner Jura lag. Im März 2012 beinhaltete DIJU bereits mehr als 790 Artikel auf Deutsch. Dabei handelt es sich um Übersetzungen französischer Artikel wie auch um neu verfasste Texte mit Bezug zur Region Nordwestschweiz, beispielsweise über Separatismus und Antiseparatismus im Laufental im Rahmen der Jurafrage und des Kantonswechsels, über Politik (z.B. Grossräte aus dem Laufental), Kultur (Museen, etc.), Medien oder Gesundheitswesen (Feningerspital) sowie eine ganze Reihe Artikel über das Ancien Régime, verfasst von Vanja Hug. Neben dem Erstellen neuer Artikel oblag den beiden deutschsprachigen Mitarbeiterinnen auch die Übersetzung der zahlreichen Artikel auf Französisch.

Die dritte Entwicklungsphase des DIJU (2012-2015) zeichnete sich insbesondere durch ein neues ambitioniertes Projekt aus: die online-Publikation von historischen Karten und Statistiken mit Kommentaren von Spezialisten, beruhend auf einer Publikation des CEH, dem Atlas historique du Jura von 2012. Diese bedeutende, von Clément Crevoisier koordinierte Publikation vereint hochkarätige Beiträge von rund zwanzig Autorinnen und Autoren. An der 10jährigen Jubiläumsfeier des DIJU konnten die Teilnehmer/-innen der Online-Schaltung des Atlas live beiwohnen.
Ausserdem setzten die beiden Redaktionen ihre Arbeit fort, indem sie neue Artikel verfassten und den Bestand an vorhandenen Artikeln auf Französisch und Deutsch stetig aktualisierten.

Ende 2015 erfolgte ein Wechsel in der Organisation des DIJU: Er wird seither direkt von der Société jurassienne d'Emulation herausgegeben. Auf der Redaktion arbeitet weiterhin der Verwantwortliche ehrenamtlich, während eine einzige Person mit reduziertem Pensum die Redaktion sowohl der französischen wie auch der deutschen Website übernimmt. Der Fokus liegt nun hauptsächlich auf der stetigen Pflege und Aktualisierung des bestehenden Artikelstamms und der redaktionellen Bearbeitung der zahlreichen Beiträge unserer Leserinnen und Leser.


Mitarbeiter/innen
DIJU-Verantwortliche (im Vorstand des CEH, ehrenamtlich):
2003-2006 Pierre-Yves Donzé
2006- Philippe Hebeisen

Französischsprachige Mitarbeiter/innen
2004-2005 Philippe Hebeisen (50%, Oktober 2004-Januar 2005, August-September 2005)
2005-2012 Emma Chatelain (20-50%, seit Januar 2011 bis August 2012 40%)
2012- 2015 Philippe Hebeisen (40%, seit Januar 2013 30%)

Deutschsprachige Mitarbeiter/innen
April 2010-Februar 2011 Kiki Lutz (30%)
April-August 2011 Vanja Hug (30%)
Oktober 2011-2015  Kiki Lutz (30%, 2013-Oktober 2015 20%)

Zweisprachige Mitarbeiterin
2015- Kiki Lutz (20% seit November 2015)

Emma Chatelain, 8/03/2012
Übersetzung: Kiki Lutz, 8/03/2012
Letzte Aktualisierung: 18/02/2016

Bibliografie

HLS-Bulletin 14, August 2009, S. 27-36
ASJE 2008, S. 451-458
ASJE 2006, S. 395-397
LICEH 36, Mai 2006
LICEH 31, November 2003
Medienspiegel auf der DIJU-Website.