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Mouvement universitaire jurassien MUJ

Das Mouvement universitaire jurassien MUJ (= Studentische Jura-Bewegung) wurde am 13. September 1964 gegründet. Erster Präsident war Jean-Pierre Jobin. Die Bewegung gliederte sich dem Rassemblement jurassien RJ an und vereinigte die jurassischen separatistischen Studenten, zunächst vor allem jene der Universitäten Freiburg und Lausanne in der Romandie. 1966 umfasste es fünf Gruppierungen in Freiburg, Lausanne, Zürich, Neuenburg und Genf. Die ersten Aktivisten der Gruppe wollten ursprünglich gegen die Weigerung der waadtländer Regierung protestieren, den Jura an der Landesausstellung von 1964 teilnehmen zu lassen. Die weiter gefasste Absicht bestand darin, 'Studenten zu vereinigen, die sich durch objektives Studium der Materie der Recherche für eine Lösung der Jurafrage im Sinne der politischen Unabhängigkeit widmen.' ('bersetzung: Red. DIJU 01.06.2010)
Das MUJ publizierte und vertrieb ein Informationsbulletin und führte politische Analysen durch, insbesondere zur antiseparatistischen Propaganda. Zudem beteiligte es sich an den meisten separatistischen Demonstrationen und wurde für mehrere Mitglieder zum Sprungbrett für ihre politischen Karrieren.
In den 1960er und 1970er Jahren gab es innerhalb des MUJ Flügelkämpfe zwischen den marxistisch eingestellten Studenten der Universität Genf, die verlangten, dass die Gründung des Kantons Jura mit einer sozialen Revolution einhergehe, und dem konservativen Flügel der Studenten der Universität Freiburg, die schlussendlich den Sieg davontrugen.
Das MUJ wurde präsidiert von: François Lachat (1966-1968), Jean-François Roth (1974-1979) und Maxime Zuber (1986-1987).

Emma Chatelain et Pierre-Yves Donzé,
Übersetzung: Kiki Lutz, 15/06/2010

Bibliografie

Marcel Brêchet, Les années de braise. Histoire du Rassemblement jurassien de 1947 à 1975, Delémont, 1996, S. 217
Claude Hauser, Le Jura et l'Université de Fribourg, 1889-1974, Fribourg, 1990, S. 241-246.
Claude Hauser, L'aventure du Jura, Lausanne, 2004, S. 98