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Henri Girod SA

Henri Girod SADie «Henri Girod SA» war eine Decolletage- und Feinmechanikfabrik in Court.
Ihre Geschichte geht auf die Gründung einer Mechanikfirma durch die Gebrüder Adolphe und Arthur Allimann im Jahr 1899 in Court zurück. Die Firma hatte grossen Erfolg und entwickelte sich Anfang des 20. Jh. zu einem der grössten Arbeitgeber im Dorf. Um 1910 trat Henri Girod in die Firma ein, 1916 wurde er Mitinhaber von Adolphe Alliman. Ab 1929 besass er die Firma alleine, bis sie 1961 in eine Aktiengesellschaft mit Namen «Henri Girod SA» umgewandelt wurde. Bis in die 1970er Jahre wuchs die G. stark. In den 1960er Jahren beschäftigte sie rund 200 Angestellte und die Geschäftszahl steigerte sich von etwas mehr als CHF 580'000.- im Jahr 1945 auf über CHF 7 Mio. 1975. Dieser Erfolg lässt sich neben dem Wirtschaftswachstum auf den technischen Erfindergeist von Henri Girod zurückführen. Neben den Decolletage-Arbeiten für die Uhrenindustrie entwickelte er eine beachtliche Anzahl von neuen Produkten und mechanischen Apparaten (Metallrahmen für Nummernschilder, Handgranaten, Glücksspiele für die Lotterie, Messapparate etc.), die sich unterschiedlich gut vermarkten liessen.
Nach Girods Tod 1978 übernahm sein Neffe Charles Miglierina die Leitung des Unternehmens. Er besass eine Ausbildung als Techniker und war bereits seit 1949 für das Familienunternehmen tätig. Auf ihn folgten 1989 Gilbert Bouduban und 1999 Pierre Lerch. Die Nachfolger hatten es aufgrund der latenten Wirtschaftskrise und Absatzschwierigkeiten auf einem immer härter umkämpften Markt schwer. 1982 trat die G. in Geschäftsverbindung mit der Basler Firma «ERAM SA» in Allschwil (BL), die ebenfalls im Decolletage-Bereich tätig war. 1991 kaufte die ERAM die G. auf und integrierte sie in ihre Firmengruppe. 2001 schloss sie die Produktionsstätte in Court.

Pierre-Yves Donzé, 10/08/2005
Übersetzung: Kiki Lutz, 18/02/2016

Archivbestände

Foto: Das Personal der Fabrik Henri Girod SA, um 1943 (Bild: CEJARE, Fonds Henri Girod)