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Guerdat, Steve (1982-)

Geboren am 10. Juni 1982 in Bassecourt. Sohn des Springreiters Philippe Guerdat.
Als Springreiter hat G. zahlreiche internationale Grand Prix-Turniere sowie die Goldmedaille im Einzelspringreiten an den Olympischen Spielen 2012 in London gewonnen.

Im September 2002 wurde G. vom Pferdehändler Jan Tops in Holland engagiert. Bis 2006 ritt er dessen Pferde und nahm an zahlreichen Grand Prix-Turnieren teil. Er hörte damit schliesslich auf, weil er mit Pferden arbeiten wollte, die nicht dauernd verkauft wurden. Danach erhielt er ein Angebot des schwerreichen ukrainischen Geschäftsmannes Alexander Onischenko: G. sollte Zugang zu seinen Reitställen erhalten und seine Spitzenpferde reiten – unter der Bedingung, dass er fortan an internationalen Turnieren für die Ukraine antrat. Nachdem G. zuerst auf das Angebot eingehen wollte, schlug er es im letzten Moment aus, weil er seine Schweizer Nationalität nicht aufgeben wollte. 2006 kehrte er in die Schweiz zurück, wo er nach einem Jahr in Chiètres in Urs Schwarzenbachs Reitstall Rütihof in Herrliberg (ZH) eintrat (April 2007). In der Person von Yves G. Piaget, fand G. schliesslich einen wertvollen Mäzen, der ihm seine vier Pferde zur Verfügung stellte.
Im Dezember 2008 erreichte G. den 10. Rang der Rolex FEI-Weltrangliste im Springreiten. Vom 6. November bis zum 10. Dezember 2012 nahm er zum ersten Mal in seiner Karriere den Spitzenplatz ein. Nach Markus Fuchs (1. Juni 2006 - 31. Dezember 2007) und Pius Schwizer (1. Februar - 31. Mai 2010) ist er der dritte Schweizer, der den höchsten Rang erreichte.
Im April 2015 gelang G. als drittem Schweizer der Sieg im Weltcup-Springreiten in Las Vegas.

Olympische Spiele
2004 nahm G. an den Olympischen Spielen in Athen teil, wo er im Mannschaftsspringen den 5. Platz erreichte. 2008 gewann er in Peking die olympische Bronzemedaille im Mannschaftsspringen, nachdem die Norwegische Mannschaft wegen eines Dopingfalls disqualifiziert worden war; im Einzel belegte er den 10. Rang. Die Goldmedaille im Springreiten von London 2012 gewann er dank zwei fehlerfreien Ritten auf Nino des Buissonnets, was ihm als einzigem Turnierteilnehmer gelang. Es handelt sich um die erste olympische Goldmedaille im Schweizer Springreitsport seit dem Olympiasieg von Alphonse Gemuseus 1924 in Paris. G. belegte ausserdem im Mannschaftsspringen der Londoner Spiele den vierten Platz.

Schweizermeisterschaften
1998 war G. Schweizermeister der Junioren und 1999 Dritter an den Schweizermeisterschaften «Elite». 2008 wurde er in Basel Schweizermeister.

Europameisterschaften
An den Europameisterschaften belegte er 2001 den 5. Platz bei den Junioren, 2004 gewann er Mannschafts-Bronze und wurde Vierter im Einzel. 2003 gewann er in Donaueschingen (D) wiederum Bronze im Mannschaftsspringen und wurde Sechster im Einzel. 2005: 2. Platz im Mannschaftsspringen und 7. im Einzel in San Patrignano. 2009 wurde er in Windsor Mannschafts-Europameister.

Weltcup-Springreiten
2005: 6. Rang in Las Vegas
2007: 3. Rang in Las Vegas
2008: 7. Rang in Göteborg
2009: 8. Rang in Las Vegas
2012: 2. Rang in Holland, 's-Hertogenbosch
2013: 2. Rang in Schweden, Stockholm
2015: Sieger in Las Vegas

Für eine vollständige Liste der Titel, s. Website von Steve Guerdat.

Emma Chatelain, 18/08/2008
Übersetzung: Kiki Lutz, 10/08/2012
Letzte Aktualisierung: 21/04/2015

Bibliografie

www.cavalier-romand.ch (30.4.07)
www.teletext.ch (22.12.2008; 20.4.2009)
'Le Quotidien jurassien, 5. Dezember 2009 '
Le Matin, 11. Dezember 2009
'La Liberté, 9. August 2012
'www.rts.ch (6.11.2012)
'www.fei.org/disciplines/jumping/press-releases/christian-ahlmann-new-world-number-one-rolex-rankings (10.12.2012)
www.rjb.ch (20.4.2015)
www.steveguerdat.com/fr/Steve/Mon-palmares/Mon-palmares.html (21.4.2015)

Link: http://www.steveguerdat.com