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Ligerz, Rupert Maria Januar von (1751- 1820)

Geboren am 19. September 1751 in Pruntrut. Gestorben am 31. Mai 1820 in Luzern. Sohn von Johann Friedrich Conrad von Ligerz, Geheimer Rat, Kastlan des Elsgaus und Landhofmeister des Fürstbischofs, und Maria Victoria Magdalena Rinck von Baldenstein. Bruder von Johann Heinrich Hermann und Johann Baptist Ignaz von Ligerz. Unverheiratet. Katholisch.
L. war Kammerherr am Hofe des Basler Fürstbischofs. Er war ein grosser Musikliebhaber und spielte ausgezeichnet Violine. Vor 1775 hielt er sich längere Zeit in Wien auf, wo er unter anderem mit Joseph Haydn bekannt war.
Sein Verhalten während der Französischen Revolution ist unklar. Laut Marco Jorio – basierend auf Auguste Quiquerez – trat L. im Sommer 1793 bei einer Menschenjagd auf Kriegsdienstverweigerer durch Fanatismus und Härte hervor. Falls diese Information stimmt, hätte L. auf der Seite der Revolutionäre gestanden, was unwahrscheinlich ist.
L. wohnte während der Revolution und über sie hinaus in La Neuveville bei seiner alten Mutter und seinem jüngeren Bruder. Zum Zeitpunkt des Todes seines älteren Bruders Johann Heinrich Hermann (1817) lebte L. in Luzern, wo er 1820 starb.

Vanja Hug, 1/06/2011
Übersetzung: Vanja Hug, 14/07/2011
Letzte Aktualisierung: 19/06/2012

Archivbestände

Staatsarchiv Freiburg i. Br., Depositum von Mentzingen, U 100/1, Nr. 727, 731, 734

Bibliografie

Vanja Hug, Die Eremitage in Arlesheim – ein Englisch-Chinesischer Landschaftsgarten der Spätaufklärung, Bd. 1, Worms, 2008, S. 96
André Bandelier (Ed.), Théophile-Rémy Frêne. Journal de ma vie, SJE, Pruntrut, Intervalles, Biel, Bd. 2, 1993, S. 272-274, Bd. 4, 1994, S. 344
Marco Jorio, Der Untergang des Fürstbistums Basel (1792 - 1815). [...], Freiburg i. Ue., 1982, S. 73
Auguste Quiquerez, Histoire de la Révolution de 1791 dans l’Evêché de Bâle, Pruntrut, 1881, S. 167