Rinck von Baldenstein, Maria Henrica Carolina (genannt Henriette, 1769-1832)

Geboren am 19. November 1769 in Arlesheim. Gestorben am 3. Mai 1832 in Freiburg i. Br. Tochter des Franz Carl von Andlau, Obervogt von Birseck, und der Balbina von Staal. Am 29. Oktober 1786 Vermählung mit Carl Ignaz Heinrich Fidelis Rinck von Baldenstein. Die Trauung vollzog Domherr Philipp Franz Hartmann von Andlau, der Onkel der Braut. Elf Geschwister, darunter Konrad Karl Friedrich von Andlau und Eleonore von Billieux. 15 Kinder. Katholisch.
Sie verbrachte ihre Jugend als Stiftsdame im lothringischen Damenstift zu Bouxieres. Nach der Hochzeit wohnte sie mit ihrem Gemahl in Delsberg. Am 16. Juni 1793 wurde Carl Rinck von Baldenstein revolutionsfeindlicher Umtriebe beschuldigt. Die Familie floh unverzüglich nach Hägendorf bei Olten, wo sich schon R.'s Mutter und Geschwister aufhielten. Der Schwiegervater, Luzius Xaver Christoph Rinck von Baldenstein, hielt sich ebenfalls zeitweise in Hägendorf auf. Wie alle Familienmitglieder kämpften auch R. und ihr Gemahl darum, als Schweizer anerkannt und von der Emigrantenliste gestrichen zu werden, was sie schon am 8. Oktober 1796 erreichten ; da die Familie Rinck von Baldenstein ursprünglich aus dem rhätischen Gebiet stammte, bestätigte der Abt von St. Gallen in der Revolutionszeit ihr Landrecht im Toggenburg und damit ihre Schweizerische Nationalität. Dennoch liessen sie sich 1797 oder 1798 ' zeitlich parallel zu weiteren Familienmitgliedern ' in Freiburg im Breisgau nieder und bauten sich dort eine neue Existenz auf. Im Januar 1814 hatten R. und ihr Gemahl die Ehre, für acht Tage König Friedrich Wilhelm III. von Preussen mit seinen beiden Söhnen beherbergen zu dürfen.

Vanja Hug, 5/08/2011

Archivbestände

Staatsarchiv Freiburg i. Br., Depositum von Mentzingen, U 100/1, Nr. 631, 661, 669, 670, 831
Paul-René Zander, Genealogisch-biographische Archivsammlung historischer Führungsschichten am Oberrhein, Depositum Schlossarchiv Ebnet bei Freiburg i. Br.

Bibliografie

Vanja Hug, Die Eremitage in Arlesheim ' ein Englisch-Chinesischer Landschaftsgarten der Spätaufklärung, Bd. 1, Worms, 2008, S. 88-91
Catherine Bosshart-Pfluger, Das Basler Domkapitel von seiner Übersiedlung nach Arlesheim bis zur Säkularisation (1678 - 1803), Basel, 1983, S. 273
Marco Jorio, Der Untergang des Fürstbistums Basel (1792 - 1815). [...], Freiburg i. Ue., 1982, S. 265, 267
Franz von Andlau, Mein Tagebuch 1811 - 1861, Bd. 1, Frankfurt a. M., 1862, S. 38-39
Julius Kindler von Knobloch, Oberbadisches Geschlechterbuch, Bd. 3, Heidelberg, 1919, S. 538-539