Wildschweine (Jugendorganisation)

Wildschweine (Jugendorganisation)

Die Wildschweine wurden als Laufentaler Sektion des jurassischen antiseparatistischen Groupe Sanglier am 27. April 1990 von 50 Mitgliedern gegründet. Die Gründung erfolgte nach der Volksabstimmung vom 12. November 1989, bei der sich das Laufentaler Stimmvolk mit 51.7% für einen Beitritt zum Kanton Basel-Landschaft ausgesprochen hatte. Die Mitglieder der berntreuen Jugendvereinigung waren von diesem knappen Resultat enttäuscht. In Ihrer Absichtserklärung - erschienen im Organ der Sanglies Le Boutoir - vertraten die W. die Meinung, dass mit "Mauerblümchenpolitik" in der Laufentalfrage nichts mehr zu erreichen sei, und dass man die Interessen des berntreuen Lagers deshalb "heftiger und vielleicht auch etwas aggressiver" vertreten müsse. Später gaben die W. analog zum Boutoir ihr eigenes Organ heraus: dr Keiler.
Als Ziel gaben sich die W., "das Laufental dem Kanton Bern zu erhalten" und dafür alle demokratischen Rechte auszunutzen (dr Keiler, Nr. 1).
Die W. organisierten Feste und Veranstaltungen und traten mit verschiedenen Aktionen auf, z.B. mit Flugblattaktionen gegen die Kampagne von Laufental 91 im Vorfeld der Laufental-Abstimmung von 1991 im Kanton Basel-Landschaft. Die kämpferischen W. schreckten zuweilen auch vor Sachbeschädigungen nicht zurück, indem sie z.B. beim Aufhängen von Plakaten jene ihrer Gegner gleich herunterrissen oder Baselbieter Fahnen anzündeten.

Kiki Lutz, 25/02/2011
Letzte Aktualisierung: 11/11/2013

Archivbestände

Staatsarchiv BL, PA 6198 Laufentaler Bewegung

Bibliografie

Basler Zeitung, 26. September 2003, S. 41
Jacqueline Bieli, «Es wurde aus etwas Ernst, was normalerweise als Streich gegolten hätte», in Heinz Buser et al., Beschlüsse, Bilanzen, Bilder. Dokumente zum Kantonswechsel des Laufentals 1970-2003, Liestal 2004, S. 39-42
Le Boutoir, Nr. 23/ 1990, S.2
dr Keiler, Nr. 1 (undatiert)

Bildnachweis

Logo der Laufentaler Wildschweine aus Le Boutoir, Nr. 23/ 1990, S.2