St. Nikolaus-Kirche, Dittingen

Die römisch-katholische Pfarrkirche von Dittingen ist dem heiligen Nikolaus geweiht (Bischof von Myra, um 280/286 - 350, Fest am 6. Dezember).

Vorgängerbau: Die früheste Erwähnung der Kirche findet sich in einem Reliquieninventar aus dem 14. Jh. im Archiv des ehemaligen Fürstbistums Basel in Pruntrut. Weitere Erwähnungen in Urkunden aus der ersten Hälfte des 15. Jh. belegen ebenfalls die Existenz einer früheren Dittinger St. Nikolaus-Kirche. Bei einer Renovation Mitte 20. Jh. kamen unter dem polygonalen Chor Mauerüberreste eines quadratischen Chorabschlusses zum Vorschein, die von dieser älteren mittelalterlichen Kirche oder Kapelle herrühren dürften.

Geschichte des Gebäudes: Die Jahreszahl 1506 über der Durchgangstür vom Chor mit Kreuzrippengewölbe hin zum Turm weist auf die Bauzeit dieser bis heute bestehenden Gebäudeteile hin. Auffällig ist der in der Kirche verbaute rote Sandstein aus dem Rheintal – ein Hinweis darauf, dass zu jener Zeit in der näheren Umgebung des späteren Steinhauerdorfes noch kein Jurakalk abgebaut wurde.
Im Dreissigjährigen Krieg wurde die Kirche verwüstet und die Glocken gestohlen. Erst am 6. August 1660 konnten die Altäre in der renovierten Kirche durch Weihbischof Caspar von Schnorff wieder eingesegnet werden.
Im 18. Jh. wurde die Kirche baulich rege unterhalten und mit verschiedenem Gerät und Kunstwerken nach der damaligen Mode ausgestattet. Während der Französischen Revolution mussten alle Kirchgemeinden ihre Glocken herausrücken, zur Verwendung des Metalls in der Waffenproduktion – so auch Dittingen. Erst 1841 wurde das unvollständige Geläute durch eine neue Glocke ergänzt. Unter Pfarrer Fridolin Steiner wurde 1865 ein neues, grösseres Kirchenschiff gebaut.  
In den 1930er und 1940er Jahren kam es zu einigen Renovationsarbeiten an Chor, Schiff und Sakristei, wobei auf die historische Bauweise nicht sonderlich Rücksicht genommen wurde.
Unter der Leitung von Architekt Alban Gerster wurde schliesslich 1954/1955 und 1963-1965 in zwei Etappen eine umfassende Renovation vorgenommen. Ziel war es, die Kirche soweit möglich in ihrem ursprünglichen gotischen Stil wieder herzustellen. Die barocken Altäre und die Überdeckungen der mittelalterlichen Bausubstanz wurden entfernt, die Sakristei auf die Südseite verlegt, wodurch die gotischen Fenster wieder zur Geltung kamen. Am 31. Mai 1955 weihte Bischof Franziskus von Streng den neu angeschafften modernen Altar ein.
In der zweiten Etappe wurde das Kirchenschiff aus dem 19. Jh. renoviert und verlängert sowie weitere Umbauten vorgenommen, die sich historisch an der Zeit vor den barocken und späteren Zusätzen orientierten.
Der Berner Glasmaler Leo Steck schuf 1955 Glasbilder mit sechs Szenen aus dem Leben Jesu für das mittlere Chorfenster. Die beiden seitlichen Chorfenster wurden mit Glasmosaiken des Basler Künstlers Hans Stocker dekoriert. Er schuf später auch die sechs grossen Kirchenfenster mit den Figuren des Heiligen Wendelin, Bruder Klaus', Christophorus', des Antonius von Padua, der Cäcilia und des Nikolaus von Myra sowie kleinere Fenster mit Symbolen der Evangelisten und der Muttergottes. Im Buch Vitraux du Jura der Pro Jura sind die Fenster unter den sehenswertesten modernen Kirchenfenstern des Jura aufgeführt. In der Kirche befindet sich ausserdem eine bemerkenswerte Marienstatue aus dem frühen 15. Jh.

Zur Geschichte der Pfarrei, s. S. 2.

Kiki Lutz, 30/01/2013

Bibliografie

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Seelsorgeverband Zwingen-Dittingen-Blauen-Nenzlingen, Website (Stand: 5. Dezember 2012)