Laufetaler, dr

Dr Laufetaler erschien erstmals im März 1984 in Laufen und wurde bald darauf zum Organ der am 11. Mai 1984 gegründeten Laufentaler Bewegung LB. Von einem in unregelmässigen Zeitabständen gedruckten Flugblatt entwickelte sich der L. zu einer 10x jährlich erscheinenden Zeitung und einem zentralen Propagandaorgan des Probaselbieter Lagers im langjährigen politischen Prozess um den Kantonswechsel des ehemals bernischen Amtsbezirks Laufen. Der L. wurde ab dem 3. Jahrgang in einer Auflage von 6700 gedruckt und gratis in alle Laufentaler Haushalte geliefert. Auswärtigen Lesern/-innen stand die Möglichkeit eines bezahlten Abonnements offen.
In den ersten Jahren zeichneten für Verlag und Redaktion Heinz Aebi (bis März 1989), Ernst Mani (bis September 1987) und Alex Imhof (bis März 1989) verantwortlich.
Zu speziellen Ereignissen druckte der L. Grossauflagen und grossformatige Extraausgaben, so z.B. nach dem Bekanntwerden der heimlichen Finanzierung der Aktion Bernisches Laufental ABL durch den Kanton Bern am 7. September 1985 unter dem Titel «Berner Regierung manipulierte Laufental-Abstimmung mit 400 000 Franken» – oder am 28. Dezember 1988 zum Bundesgerichtsurteil in Sachen Abstimmungsbeschwerde mit dem Leitartikel «Chance für eine faire Abstimmung». Ab Dezember 1985 erschien der L. nur noch in Grossformat. Bald darauf (ab Januar 1988) veröffentlichte der L. Anzeigen und erschloss sich so eine neue Finanzierungsquelle. Anfang 1989 (6. Jg.) erhöhte sich die Normalauflage auf 6800.
Mit dem Jahr 1989 begann sich das Probaselbieter Lager für den sich anbahnenden Abstimmungskampf im Hinblick auf die Wiederholungs-Abstimmung vom 12. November 1989 zu rüsten. Auch der L. veränderte sich: Er erschien ab März 1989 in neuer Aufmachung fortan wöchentlich am Mittwoch. Damit wollte er dem berntreuen Volksfreund, der jeden Freitag in alle Laufentaler Haushalte geliefert wurde, etwas entgegensetzen. Ab Nr. 35 (15. März 1989) übernahm ein neues Verlags- und Redaktionsteam die Verantwortung: Andreas Cueni und Georges Cueni.
Der L. beteiligte sich sehr intensiv am Abstimmungskampf und erhöhte seinen Umfang für einzelne Ausgaben von 4 auf 8 Seiten.
Nachdem die Laufentaler/innen am 12. November 1989 dem Kantonswechsel zugestimmt hatten, erschien der L. weiterhin wöchentlich bis Ende Mai 1991, als durch ein Bundesgerichtsurteil klar war, dass die Abstimmung vom 12. November 1989 wieder für gültig erklärt werden sollte. Daraufhin beschränkte der L. sein Erscheinen auf alle zwei Wochen. Im September 1991 – zur Zeit der Volksabstimmung im Kanton Basel-Landschaft über die Aufnahme des Laufentals – wurde die Auflage auf 8100 erhöht. Am 27. November 1991 erschien die letzte regelmässige Ausgabe (Nr. 126). Danach erschien der L. nur noch selten und zu besonderen Anlässen, so Nr. 127 am 8. April 1992 – nachdem das Datum für den Vollzug des Kantonswechsels nach weiteren Gerichtsverfahren definitiv feststand.

Kiki Lutz, 25/10/2010
Letzte Aktualisierung: 24/03/2014

Archivbestände

Staatsarchiv BL, PA 6198 Laufentaler Bewegung LB

Bibliografie

Martin Brodbeck, «Vom Skandal zum guten Ende? Die Geschichte des Selbstbestimmungsverfahrens des Bezirks Laufen 1989 bis 1993», in Andreas Cueni (Hg.), Lehrblätz Laufental, Zürich 1993, S. 47-60
Christian Jecker, «Vom Musterfall zum Skandal. Die Geschichte des Selbstbestimmungsverfahrens des Bezirks Laufen 1970 bis 1988», in Andreas Cueni (Hg.), Lehrblätz Laufental, Zürich 1993, S. 31-45
dr Laufetaler, Nr. 1, März 1984
dr Laufetaler, Nr. 20/126, 27. November 1991