Museumsverein Laufental

Der Verein nach Art. 60 ZGB mit Sitz in Laufen hat laut Statuten vom 20. März 2003 zu Ziel, das Museum Laufental zu betreiben und "(prä-)historische und kunsthandwerkliche Zeugnisse aus dem gesamten Bezirk Laufen zu sammeln, zu bewahren, der Forschung zur Verfügung zu stellen und zu vermitteln". Mitglieder werden können Gemeinden, sowie natürliche und juristische Personen. Die Gemeinde Laufen – als Standort und Besitzerin der Museumsgebäude – hat einen ständigen Einsitz im Vorstand.
Die Vereinsgründung geht auf eine Initiative der drei Sammler Léon Segginger, Werner Fuchs und Leo Schumacher zurück, die während der Kriegsjahre den Grundstock der Sammlung anlegten. Am 22. Juli 1944 wurde die Vereinsgründung im Restaurant Hirschen in Laufen in die Wege geleitet, im Beisein der drei Initianten sowie von Regierungsstatthalter Adolf Walther, Gemeindepräsident Josef Spieler, Alban Gerster und Emil Kaufmann (und/oder Josef Brodbeck – je nach Quelle). Am 10. April 1945 wurde der erste Vorstand bestimmt und am 10. April 1945 fand die konstituierende Generalversammlung im Restaurant Tanne in Laufen statt.
Mit Werbeaktionen (u.a. die Lichtbildschau "Stedtli hett drei alti Tor" von 1945) und Aufrufen wurde für die Erweiterung der Sammlung und um neue Mitglieder geworben.
Nach einigen Jahrzehnten der provisorischen Unterbringung der Sammlung an verschiedenen Orten, konnte 1977 das Museum Laufental am heutigen Standort eröffnet werden.
Der M. pflegt bis heute das Museumsgebäude und die Sammlung, besorgt die Finanzierung für Betrieb, Renovationen und Ausstellungen und engagiert sich für den Kulturgüterschutz in den Laufentaler Gemeinden. Er lädt traditionell jedes Jahr am Martinstag (11. November) zur Vernissage einer Sonderausstellung und zum anschliessenden Martinsmahl ein. Ausserdem betreibt der M. im Gebäude des Museums eine Bibliothek mit dem Ziel, alle wichtigen Schriften zum Laufental sowie Bücher von Laufentaler Schriftstellern/innen zu sammeln.
Seit 1988 gibt der M. die jährlich erscheindenden Laufentaler Museumshefte heraus (bis 1997 unter dem Titel: Laufentaler Museum). Seit 1990 gibt es zudem spezielle Ausgaben zu den Sonderausstellungen.
Der Verein engagiert sich auch ausserhalb des Museums für die Vermittlung der Geschichte des Laufentals, beispielsweise durch die Anbringung von Hinweistafeln an historischen Gebäuden in der Stadt Laufen (1999).
Der Kulturpreis der Kulturstiftung der Portland-Cementfabrik wurde dem M. 1999 Für die Ausstellung „Funde im Boden“ vom Laufner Rathausplatz verliehen.
Seit 2004 bewirtschaftet der Museumsverein einen kleinen Rebberg mit Blauburgunder Trauben nördlich der Stadt Laufen und stellt eigenen Museumswein her. Über den Jahrgang wird jeweils im Laufentaler Museumsheft berichtet.
2008 erhielt das langjährige Vorstandsmitglied Peter Borer für seine bedeutende Tätigkeit als Fossiliensammler die Armanz-Gressly-Auszeichnung der Schweizerischen Paläontologischen Gesellschaft. Seit 2009 unternahm der M. Anstrengungen zur Finanzierung, Planung und Durchführung einer umfassenden Gebäuderenovation, insbesondere zur sachgerechten Unterbringung der Fossiliensammlung. 2010 konnten die Arbeiten angegangen werden.
2010 zählte der Verein rund 500 Mitglieder gegenüber 60 kurz nach der Gründung (1946).

Kiki Lutz, 9/01/2012
Letzte Aktualisierung: 21/07/2014

Bibliografie

Robert Kamber, Thomas Inmoos, «Laufen: Das Laufentaler Museum», in Laufentaler Jahrbuch, Nr. 6, 1991, S.60-65


http://www.museumlaufental.ch (Stand 25.10.2011)
http://www.laufentalerkulturstiftung.ch (Stand 07.11.2011)
Laufentaler Museumsverein (Hg.), Laufentaler Museumshefte, Laufen 1988-2011


Laufner Wochenblatt, 25. November 2010
Léon Segginger, «Das Heimatmuseum des Laufentales », in dr Schwarzbueb, Breitenbach, Jg. 1950, S. 74-75


Angaben erhalten von Pierre Gürtler