Komitee «Ja zur besten Lösung»

Komitee «Ja zur besten Lösung»

Das überparteiliche Komitee «Ja zur besten Lösung» wurde im Herbst 1977 gegründet und spielte eine wichtige Rolle im langjährigen Prozess um den Kantonswechsel des ehemals bernischen Amtsbezirks Laufen. Das Komitee setzte sich anfangs zum Ziel, in der veränderten Situation nach der absehbaren Gründung des Kantons Jura die für das Laufental langfristig beste Lösung zu ermitteln. In Ergänzung zur Bezirkskommission betrieb das Komitee eine intensive Informationstätigkeit gegenüber der Laufentaler Bevölkerung. Die Themen betrafen die Nachbarkantone und das Berner Sonderstatut.
Kurz nach seiner Gründung organisierte das Komitee die Unterschriftensammlung und die Einreichung der «Initiative zur Einleitung des Anschlussverfahrens an einen benachbarten Kanton». Mehr als 60% aller Laufentaler Stimmberechtigten unterschrieben dieses Volksbegehren.
Vor dem Urnengang am 18. Juni 1978 beteiligte sich das Komitee am Abstimmungskampf mit Versammlungen und Publikationen, u.a. in seinem Organ Unsere Wahl - Informations-Organ des Laufentaler Komitees «Ja zur besten Lösung», das später z.T. als feste Seite innerhalb der Zeitung Nordschweiz erschien. Das Komitee vertrat dabei die Position, dass nur mit der Eröffnung des Anschlussverfahrens und durch Verhandlungen mit allen möglichen Beitrittskantonen die beste Lösung gefunden werden könne. Es schloss zu diesem Zeitpunkt einen Verbleib beim Kanton Bern als beste Lösung noch nicht explizit aus, sondern verwies darauf, dass ein Ja alle Möglichkeiten offen lassen würde. Das Volksbegehren wurde mit 65.1% Ja-Stimmenanteil angenommen.
Im Herbst 1979 beschloss die Mitgliederversammlung mit 164:182 Stimmen eine Abstimmungsempfehlung zugunsten eines Beitritts des Laufentals zu den Kantonen Basel-Landschaft oder Basel-Stadt und brachte das Komitee so offiziell auf einen neuen Kurs im Vorfeld der Urnengänge zur Ermittlung des Beitrittkantons. Basel-Stadt schied am 13. Januar 1980 aus. Von da an verfolgte das Komitee als Ziel den Beitritt zum Kanton Basel-Landschaft und wurde zur stärksten Organisation auf Probaselbieter Seite. Ab 1982 wurde das Organ Unsere Wahl entsprechend in Mitenand für Baselland umbenannt. Erklärtes Ziel des Organs war, den "Laufentalern ihren zukünftigen Kanton näher zu bringen" (erste undatierte Ausgabe).
Nachdem auch der Kanton Solothurn aus dem Rennen geschieden war (Abstimmung vom 16. März 1980) folgte am 11. September 1983 die Volksabstimmung über den Aufnahmevertrag des Laufentals in den Kanton Basel-Landschaft. Das Komitee engagierte sich im Vorfeld stark im intensiv geführten Abstimmungskampf. Die Propaganda der Probaselbieter unterlag aber schliesslich der wuchtigen Kampagne der Berntreuen: Am 11. September 1983 sprach sich die Laufentaler Bevölkerung mit 56.7% deutlich für einen Verbleib beim Kanton Bern aus. Das Komitee akzeptierte den Volksentscheid und löste sich bald darauf auf. Mehrere seiner Mitglieder beteiligten sich später an der Gründung der Organisation «Laufentaler Bewegung LB».

Kiki Lutz, 25/02/2011
Letzte Aktualisierung: 28/04/2015

Archivbestände

Staatsarchiv BL, PA 6198 Laufentaler Bewegung, PA 62 Laufentaler Komitee "Jo zum Baselbiet", PA 6120 Baselbieter Laufentalkomitee, VR 3003 Bezirksrat Laufental

Bibliografie

Heinz Buser et al., Beschlüsse, Bilanzen, Bilder. Dokumente zum Kantonswechsel des Laufentals 1970-2003, Liestal 2004


Christian Jecker, «Vom Musterfall zum Skandal. Die Geschichte des Selbstbestimmungsverfahrens des Bezirks Laufen 1970 bis 1988», in Andreas Cueni (Hg.), Lehrblätz Laufental, Zürich 1993, S. 31-45
Basellandschaftliche Zeitung, 8. April 1978, 3. Dezember 1979
Basler AZ, 14. März 1978
Basler Zeitung, 10. März 1978, 18. August 1983
Nordschweiz, 12. September 1983

Bildnachweis

Logo des Komitees «Ja zur besten Lösung», Staatsarchiv BL PA 6198 Laufentaler Bewegung